Hospizverein Bad Wildungen e.V.

einfach da sein - zuhören - miteinander sprechen - miteinander schweigen

Berichte

Woche für das Leben vom 18. bis 25.04.2021 - "Mehr Leben im Sterben"
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Trauer
Trauer, was ist das überhaupt? Das Lexikon beschreibt es sehr nüchtern:“ Trauer ist eine durch einen schwerwiegenden Verlust verursachte Gemütsstimmung.“
Es gibt „Trauertage“, aber Trauer hat keine Saison, denn der Tod kennt keine. Trauer ist viel mehr: Es ist Schmerz, wie ein tiefes Loch und scheint unüberwindbar. Und oft fängt die Trauer bereits an, wenn man den drohenden Verlust kommen sieht, ihn aber nicht aufhalten kann. Doch die Trauer ist auch heilsam und sehr wichtig. Denn trauern gehört zur Verarbeitung eines schmerzhaften Verlustes dazu. Wer sich nicht der Trauer hingibt, sich nicht die Zeit zu trauern nimmt, der beraubt sich eines wichtigen Stücks der Aufarbeitung.
Diese Trauerarbeit muss man nicht allein bewältigen. Der Hospizverein Bad Wildungen unterstützt Trauernde vor, während und nach dem Sterbeereignis. Ob in Gesprächen oder im Schweigen, Sie sind in Ihrer Trauer nicht allein.
                                                                                                                                               Gabriele Gutheil-Mombrei

Volkstrauertag 2020 in Bad Wildungen -Ansprache von Bürgermeister Ralf Gutheil
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Erfahrungsbericht Hospizdienst
Seit 2007 begleiten ehrenamtliche HospizhelferInnen schwerkranke und sterbende Menschen in Bad Wildungen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen. Zuvor wurden HelferInnen in drei Kursen für ihre Tätigkeit qualifiziert. Geschult und reflektiert werden die persönlichen Fähigkeiten, die Bedürfnisse der kranken Menschen wahrzunehmen, ihnen geduldig zuzuhören und ihnen und ihren Angehörigen vor allem Zeit zu schenken. Auch während der Einsätze der BegleiterInnen werden Fortbildungen angeboten über Themen wie z.B. Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen, ethische Erwägungen beim Legen einer Magensonde bei Demenzkranken, Biographiearbeit mit schwerkranken Patienten, sie besichtigen Hospize in der Umgebung und haben Gespräche mit Bestattungsunternehmern.

Im Jahr 2018 gründete sich der Hospizverein Bad Wildungen e.V. mit dem Ziel, bald eine hauptamtliche Koordinatorin einzustellen, um die ehrenamtlich Tätigen zu entlasten. Das Büro des Hospizvereins befindet sich im zweiten Stock des Mehrgenerationenhauses. Über unsere Telefonnummer 015227529160 kann hier ein Gesprächstermin vereinbart werden. In Kooperation mit dem ökumenischen ambulanten Hospizverein Korbach werden zur Zeit wieder neue Hospiz-helferInnen ausgebildet. Aus beruflichen und persönlichen Gründen scheiden immer wieder BegleiterInnen aus, so dass der Hospizverein über jeden froh ist, der sich dieser Aufgabe stellen will.
Ebenso freuen wir uns über neue Mitglieder und Spender, denn der Hospizverein wird zwar auch von der Stadt Bad Wildungen unterstützt, ist aber sehr auf Spenden angewiesen, um die Aufgaben erfüllen zu können.
Die MitarbeiterInnen des Hospizdienstes begleiten im häuslichen Umfeld häufig onkologische Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden. Dabei erleben wir oft, dass die Angehörigen die Pflege bis zur Erschöpfung selbst übernehmen wollen und nur schwer Unterstützung von außen annehmen können. Durch ein palliatives Pflegeteam kann dann auch der Hospizdienst einbezogen werden. Die Ehrenamtlichen bringen Zeit und Ruhe für die Sterbenden und die Bezugspersonen mit, hören zu, ordnen und filtern Probleme und bieten so mit Pflegedienst und Ärzten einen erträglichen Rahmen für die letzte Lebensphase zu Hause.
Im häuslichen Bereich wird der Hospizdienst leider nur zögerlich angefragt. Es bestehen hier anscheinend Vorbehalte, in dieser sensiblen Situation fremde Menschen einzubeziehen. Ein positiver Aspekt sind hierbei natürlich die noch vorhandenen Familienstrukturen im ländlich geprägten Raum, die den Einsatz von außerfamiliären Hilfen nicht so erforderlich erscheinen lassen.
Kann die Familie die Pflege zu Hause nicht leisten, erleben kranke Menschen ihre letzte Lebensphase in Pflege-einrichtungen. Auch hier kann der Hospizdienst die Einrichtung unterstützen, indem die MitarbeiterInnen am Bett sitzen, zuhören und wenn möglich, in Gesprächen letzte Wünsche erfahren oder zusammen beten. Manchmal ist es schwierig als Fremder einen guten Kontakt zu den kranken Bewohnern zu finden. Da ist es wichtig, vom Pflegepersonal oder den Angehörigen Informationen aus dem Leben der betreffenden zu erhalten.
Für viele Bezugspersonen, die nicht oft vor Ort sein können, ist es hilfreich zu wissen, dass jemand Zeit für den Kranken hat. Die Gespräche mit den Angehörigen können für diese sehr befreiend sein. Das oft zeitlich und emotional eingespannte Pflegepersonal kann auf diese Weise auch entlastet werden. Allerdings gelingt es den Ehrenamtlichen jedoch nicht immer, tatsächlich bei Eintritt des Todes anwesend zu sein und so den Sterbenden in den Tod zu begleiten.
In Zeiten der Coronakrise und den entsprechenden Besuchseinschränkungen in den Pflegeeinrichtungen konnten wir doch mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt werden. Auf jeden Fall stehen wir für Gespräche zur Verfügung, die über unser Telefon vereinbart werden können.
                                                                                                                                    Christine Goebel

Spende durch dm-Markt - Aktion "Jetzt Herz zeigen"

Alljährlich spendet der dm-Markt unter dem Motto „HelferHerzen“ einen prozentualen Anteil des Verkaufserlöses an einem bestimmten Tag an soziale Initiativen. In diesem Jahr hat die Filiale in Bad Wildungen den Hospizverein Bad Wildungen e.V. mit einer Spende von 672,78 € bedacht.
Wir konnten im dm-Markt unseren Verein mittels einer Pin-Wand vorstellen und hoffen, dass sich viele Kunden auf diese Weise über unseren Verein informieren konnten. Frau Härlin vom Vorstand des Hospizvereins und Frau Goebel als ehrenamtliche Hospizbegleiterin nahm die Spende stellvertretend entgegen. Wir danken der Filialleitung für die Auswahl unseres Vereins. Da wir uns ausschließlich über Spenden finanzieren, freuen wir uns sehr über diesen Betrag, mit dem wir u.a. unsere Büroausstattung erweitern und Fortbildungen für unsere Mitarbeiter finanzieren können. 
                                                                                                                                                        Christine Goebel

„Welch ein Geschenk ist ein Lied.“ mit Bille Brandau und ihrer Gitarre
Am Sonntag, 11. Oktober  2020 um 19.30 Uhr fand im evangelischen Gemeindezentrum Lukaskirche
Reinhardshausenein ein Benefizkonzert zugunsten des Hospizverein Bad Wildungen e V statt.
Der Eintritt war frei - um Spenden wurde gebeten.
Am 10.10. 2020 ist Welthospiztag, dazu ist das Konzert wie ein „Nachklang“.

Die Hospizgruppe trauert um ihre ehrenamtliche Mitarbeiterin Erika Wagener
Die Hospizgruppe trauert um ihre ehrenamtliche Mitarbeiterin Erika Wagener. Erika brachte viele Impulse in unsere Gruppe ein. Ganz besonders liebte sie religiös-meditative Texte, die sie uns während der Gruppenabende oder auf einem Spaziergang durch den Kurpark vortrug.
Dabei war zu spüren, wie sehr sie Gottes Schöpfung liebte und Wert schätzte. Ihre Begeisterung konnte ihre Zuhörer mitreißen und überzeugen. Diese Wertschätzung ließ sie auch beim Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen erkennen und machte sie zu einer wertvollen Mitarbeiterin für uns. Wir danken ihr dafür und übergeben sie in Gottes bergende Hände.                                                                                                                     Christine Goebel


Deutscher Hospiz- und PalliativVerband / Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts droht Entsolidarisierung der Gesellschaft ...

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Qualifizierungskurs zum Hospizbegleiter hat begonnen
Im August 2020 haben der Ökumenische Ambulante Hospiz Korbach e.V. und der Hospizverein Bad Wildungen e.V. gemeinsam einen Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter begonnen. Ein Infoabend zum Kursablauf und Inhalt hat bereits - vor der Corona-Pandemie - am 02. März in Korbach stattgefunden. Bedingt durch den Aus-bruch der Coroa-Pandemie konnte die ursprüngliche Terminvorgabe nicht eingehalten werden.
Die Kursabende, insgesamt 18 Lerneinheiten, werden, bis auf zwei Samstagseinheiten, am Montagabend von 18:00 – 21:00 Uhr stattfinden.
Hinzukommen werden ein Besuch des Ruheforstes, eines Krematoriums und des Museums für Sepulkralkultur, sowie eine Praxisphase im Sommer und Selbstlernphasen.
Zukünftige ehrenamtliche Hospizbegleiter werden in diesem Kurs auf die Begleitung lebensbedrohlich erkrankter und sterbender Menschen, so wie deren Zu- und Angehörigen vorbereitet.
Die Mitarbeiter der beiden Hospizdienste gehen, wenn sie gerufen werden und erwünscht sind, in die Wohnung, Pflegeeinrichtung oder ins Krankenhaus. Sie unterstützen die Betroffenen, Angehörigen und Pflegenden und möchten die Angst vor Schmerz und Einsamkeit nehmen.
Ganz im Sinne Dame Cicely Saunders geht es nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.

 Gruppenabende der ambulanten Hospizgruppe
am 05. Oktober 2020
Gabi Gutheil-Mombrei  -  "Die palliative Versorgung in Deutschland"


am 02. März 2020

Zu Gast war Frau Pfarrerin Emilie Weinreich aus Frankenberg und berichtete über das Projekt „Löwenherz“ Trauergruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie ist sehr dankbar, dass der „Treffpunkt“ in Frankenberg Räume für die Treffen zur Verfügung stellt. Die Jugendlichen haben die Gelegenheit, sich im Jugendhaus zu treffen. Frau Weinreich erläuterte sehr anschaulich die Methoden, mit denen Kindern, Jugendlichen und deren Angehörigen in der schwierigen Zeit der Trauer um Verwandte oder Freunde geholfen werden kann.

Künstliche Ernährung bei hochgradiger Demenz - Fragen der Ethik
Vortrag und Diskussion am 13.01.2020 mit Herrn Pfarrer Marpe im Martin-Luther-Haus
Auf Einladung des Hospizvereins Bad Wildungen e.V. stellte Herr Pfarrer Marpe den Zuhörern ein Dilemma vor, dem sich Ärzte, Pflegekräfte, Patienten und deren Angehörigen im Falle einer künstlichen Ernährung bei hochgradiger Demenz gegenüber sehen.
In einem Fallbeispiel veranschaulichte Herr Marpe die Fragen, die sich bei der Behandlung von demenziell erkrankten Patienten mit evtl. Schluckstörung ergeben: Ist ein Leben auf jeden Fall zu erhalten und zu schützen? Welchen Nutzen bringt eine bestimmte Behandlung dem Patienten, welchen ökonomischen Nutzen evtl. der Pflegeeinrichtung unter Berücksichtigung personeller Engpässe? Kann hier das Patientenwohl Begleitung statt Heilung bedeuten? Wie kann eine pflegerische Fürsorge gewährleistet werden? Können alle Akteure, Patienten und Angehörige ein solches Dilemma in einem gemeinsamen Diskurs auflösen?
Diese Fragestellungen regten die Zuhörer zu einer sehr regen Diskussion an. Erfahrungsberichte zeigten, dass eine künstliche Ernährung sowohl eine Zeit der nicht möglichen natürlichen Ernährung überbrücken und zur Genesung des Patienten beitragen kann, jedoch auch keine Garantie einer vollwertigen Ernährung gewährleistet, wenn der Patient dauerhaft an Schluckstörungen leidet.
Das Resümee der Veranstaltung kann gleichzeitig als ein Appell an unsere Gesellschaft gewertet werden: Es ist wichtig, in den Familien frühzeitig miteinander über Situationen am Lebensende zu sprechen und den eigenen Willen zu dokumentieren. Damit erspart man seinen Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften, dass sie in ein Entscheidungsdilemma geraten.                           Christine Goebel


                                                                                                                                                     Foto: R. H.